Die Geschichte der Waldesruh

Die Waldesruh gibt es ja schon ein paar Jährchen.

Hier haben wir für dich etwas zusammengestellt was dich sicherlich interessiert.

Das Tanzcafé Waldesruh ist ein typisches Beispiel eines Gastronomiebetriebes in der Nachkriegszeit, das dem allgemeinen Strukturwandel in diesem Wirtschaftsbereich Hand gehalten hat.

Im Jahre 1946 sucht die Kriegswitwe Valerie Huber um die Gewerbeberechtigung einer Jausenstation im Mönchgraben, in einem Bauerndorf mit fünf Häusern, an. Da ihr Mann aus dem Krieg nicht mehr zurückkam, war sie gezwungen, sich einen Erwerb zur Erhaltung der Familie mit ihren zwei schulpflichtigen Kindern zu schaffen. Es gab viele Zweifler, dass dieser Betrieb auch nicht den Funken einer Chance hätte, zumal er in seiner sehr romantischen, aber gottverlassenen Gegend lag.

 

Durch die Haltung von Ziegen konnte sie ihr gastronomisches Angebot auf Milchkaffe ohne Lebensmittelmarken erweitern. Mit Verwertung des gesamten Obstgartens konnte auch in bescheidenem Umfang Most erzeugt werden. Den ersten Wein konnte sie in der Stiftskellerei St. Florian erwerben und diesen musste sie in kleinen Fässern mit der „Florianer Bahn“ bis Pichling befördern und dann händisch nach Hause tragen. 2 Kühe wurden auch gekauft und so konnte auch Butter und Topfen erzeugt werden.

All diese heute lächerlich klingenden Kleinigkeiten galten damals als Sonderangebot und Geheimtipp für die Gäste aus Ebelsberg und Linz. Durch seine wenigen steilen Hügel wurde der Mönchgraben nach dem Kriege als Schi- und Rodelgebiet in der Umgebung bekannt. Heute sind leider diese Hänge zugeschüttet, verbaut oder aufgeforstet.

DIE WALDESRUH 1950
DER GASTGARTEN

Die Jausenstation „Waldesruh“ galt im Winter sozusagen als Schutzhaus, wo man sich bei heißem Kaffee und heißem Glühmost erwärmen konnte. Auch die Gemütlichkeit kam nicht zu kurz – sehr oft spielte ein Gast mit seinem mitgebrachten Instrument auf. Gesang und Tanz erfreute alle Gäste. Auch in den anderen Jahreszeiten wurde die Waldesruh immer bekannter und war ein immer beliebtes Ausflugsziel da das Auto zu dieser Zeit Luxus war. Von Jahr zu Jahr stiegen die Ansprüche der Gäste und so musste die Inhaberin Valerie Huber um einen Konzessionserweiterung auf ein Gasthaus ansuchen, um berechtigt zu sein, warme Speisen zu verabreichen und auch anstatt um 21.00 Uhr erst um 24.00 Uhr Sperrstunde machen zu müssen.

Es tummelten sich an einem Sonntag im Winter nicht weniger als zweihundert Personen auf diesen Hängen.

Die größte Anziehungskraft hatte auch wie in allen anderen Ausflugsgasthäusern ein schöner Gastgarten in der freien Natur.

 

Den steigenden Ansprüchen der Gäste war dieser Betrieb fachlich bald nicht mehr gewachsen. Dies war der Hauptgrund dafür, dass sich einer der beiden Söhne Valerie Hubers, Alois Huber für einen gastgewerblichen Beruf entschied. Er trat die Lehre als Kellner im Casino-Restaurant des Landestheaters an und lernte dort im Umgang mit der vornehmsten Gästeschicht des Landes die fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten und Umgangsnormen zu beherrschen. Nach Ablegung der Lehrabschlussprüfung im Jahre 1952 arbeitete er in erstklassigen Häusern in Salzburg und in den Kanal-Inseln in Großbritannien.

Für die „Waldesruh“ im Mönchgraben trat im Jahre 1955 eine entscheidende Veränderung durch die Umwelt auf: Die Autobahn wurde gebaut. Durch diese Veränderung verlor der Mönchgraben als verträumtes, reizvolles Bauerndorf, durch das Anton Bruckner über den heutigen Brucknerweg nach St. Florian spazierte, seinen Reiz.

Nachdem keinerlei Anziehungsreize der Gegend oder der Verkehrslage bestanden, blieb nur das Angebot gemütlicher Atmosphäre und guter Unterhaltung bei Musik und Tanz zu schaffen. Doch sehr viel war hier zu ändern. Durch die neuen sanitären Vorschriften und natürlich auch durch die gehobene Gästeschicht war es das wichtigste, die bestehenden Toiletten abzuschaffen. Auch die Raumgestaltung und die Einrichtung der Küche bereiten für die damalige Zeit eine sehr große finanzielle Belastung. Auch diesmal gab es bei den Gästen und auch bei den Fachleuten mehr Skeptiker als Befürworter.

 

Die Musik wurde mittels einer Musikbox dargeboten. – Der Erfolg war überwältigend. Es gab täglich ein volles Haus und das Lokal sprach durch seine moderne und individuelle Gestaltung besonders die Jugend an.

Mit minimalen Mitteln, Ideenreichtum und viel Fleiß konnte der neue Inhaber das erste moderne Tanzlokal im Raume Linz eröffnen. Die Nutzfläche des Lokals betrug sechzig Quadratmeter und den Gästen standen neun Tische zur Verfügung. Der Gastwirt Alois Huber bemühte sich aber durch das vielseitige musikalische Angebot auch die ältere Gästeschicht anzusprechen

 

 Es gab daher, obwohl die Jugend dominierte, immer ein „gemischtes“ Publikum. Schon nach drei Jahren konnte die alte Scheune des Bauernhauses abgerissen und durch einen Zubau einer kleinen Wohnung und sechs kleinen Fremdenzimmern ersetzt werden. Das äußerliche Bild des Betriebes und die innere Ausstattung und Führung des Betriebes waren ein großer Widerspruch. Das Gebäude hatte den Stil eines alten Bauernhauses – es wurde 1485 das erste Mal urkundlich erwähnt – die Fenster hatten teilweise Ausmaße von sechzig mal achtzig Zentimeter, Die Türstöcke waren aus Stein. Die betrieblichen Räumlichkeiten waren im Gegensatz dazu sehr modern ausgestattet. Der gesamte bauliche schlechte Zustand veranlasste die Inhaber 1974 das gesamte Gebäude zu erneuern und umzuplanen. Es gelang dies ohne jegliche Betriebssperre.

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